Nosema-Kontrolle mittels pflanzlichem Extrakt
Extrakte des Ägyptischen Schotendorns verringern die Sporenlast bei Honigbienen mit Nosema. Foto: Dinesh Valke/Flickr, CC BY-SA 2.0
Nosemose ist eine verheerende Krankheit für Westliche Honigbienen Apis mellifera, die durch die einzelligen, sporenbildenden Pilze Nosema apis, N. ceranae und N. neumanii ausgelöst wird und zu einem erheblichen Verlust an Vitalität und Produktivität eines Bienenvolkes führen kann. Fumagillin galt in vielen Teilen der Welt lange Zeit als Mittel der Wahl zur Bekämpfung von Nosemose, hat jedoch schädliche Auswirkungen auf Honigbienen und Menschen gleichermaßen.
In einer Studienarbeit hat ein Team von Wissenschaftlern daher versucht, neue biologische Wirkstoffe zur Bekämpfung von Nosema-Arten, die Apis mellifera infizieren, zu finden - möglichst ohne jegliche Toxizität für Bienen und Menschen.
Nosema-Erreger wurden dazu aus natürlich infizierten Honigbienen isoliert. Getestet wurden mittels Methanol gewonnene Extrakte von Ägyptischem Schotendorn Acacia nilotica, Ölpalme Elaeis guineensis und Rosafarbener Catharanthe Catharanthus roseus. Die Tests sollten zeigen, ob mit ihrer Hilfe das Wachstum von Nosema selektiv zu kontrollieren war.
Unter den getesteten Pflanzenextrakten zeigten methanolischen Extrakte (0,1 %) von Ägyptischem Schotendorn die größte Aktivität gegenüber Nosema spp.. 5 und 9 Tage nach der Infektion wurde die Sporenlast um etwa 37,8 und 32,5 % im Vergleich zur unbehandelten Kontrollgruppe verringert. Diese höchste hemmende Wirkung auf Nosema-Sporen war ohne offensichtliche Spuren für die Honigbienen.
1 %ige Extrakte von Ägyptischem Schotendorn führten dagegen zu einer Bienensterblichkeit von 18,18 %.
Extrakte von Rosafarbener Catharanthe zeigte eine Reduzierung der Sporen um 27,02 %, bei einer Bienensterblichkeitsrate von 27,02 %. Allerdings führten diese Extrakte zu einer Sterblichkeit der Bienen von 100 %.
Extrakte von Rosafarbener Catharanthe und Ölpalme riefen u. a. Verhaltensstörungen und eine verringerte Flugfähigkeit bei den Honigbienen hervor.
Die hohe Zytotoxizität von Rosafarbener Catharanthe für Honigbienen kann wahrscheinlich auf die enthaltenden toxischen Alkaloide wie Vinblastin und Vincristin zurückgeführt werden, von denen bekannt ist, dass sie das Nervensystem von Insekten und die Zellteilung bei Pflanze stören.
Die am häufigsten vorkommenden aktiven Verbindungen von Ägyptischem Schotendorn sind 2,4,6-Trihydroxybenzoesäure, 1,2-Dihydroxybenzol, Myristinsäure und Linolsäure. Aus experimentellen und molekularen Analysen geht hervor, dass die Extrakte von Ägyptischem Schotendorn die höchste Aktivität beim Angriff auf den zellulären Wachstumsapparat von Nosema-Arten hatten, ohne offensichtliche Auswirkungen auf die Honigbienen zu haben, was eine vielversprechende Anwendung verspricht.
El-Sayed, A.S.A., Fathy, N.A.M., Labib, M. et al. Biological control of nosemosis in Apis mellifera L. with Acacia nilotica extract. Sci Rep 14, 28340 (2024). https://doi.org/10.1038/s41598-024-78874-6