Nur große Hummeln erlernen Standorte der besten Blumen

  • Veröffentlicht am: 12.01.2021

Kleine Hummeln sammeln quasi, was sie bekommen, während große selektiver sammeln. Foto: Aurica Dina Kyra Lotzkat/Pixabay

Große und kleine Hummeln aus demselben Volk lernen unterschiedlich. Während kleine Hummeln mit einer kürzeren Flugreichweite und einer geringeren Tragfähigkeit nicht besonders auf Blumen mit dem reichhaltigsten Nektar setzen, tun große Hummeln genau das: Sie optimieren ihre Ausflüge.

Wissenschaftler untersuchten die Erkundungsflüge von Hummeln nach dem Verlassen von Blumen.
Von Honigbienen sind derartige Flüge bekannt und die neue Studienveröffentlichung zeigt, dass Hummeln es ihnen gleich tun, um sich den Standort einer Blume zu merken.

„Es ist vielleicht nicht allgemein bekannt, dass bestäubende Insekten individuelle Blütenpräferenzen lernen und entwickeln und tatsächlich sind Hummeln selektiv“, so Natalie Hempel de Ibarra von der Universität Exeter. „Beim Verlassen einer Blume können sie aktiv entscheiden, wie viel Aufwand sie betreiben, um sich an ihren Standort zu erinnern. Das überraschende Ergebnis unserer Studie ist, dass die Größe einer Hummel diese Entscheidungsfindung und das Lernverhalten bestimmt.“

Für die Studie besuchten in Gefangenschaft lebende Hummeln künstliche Blumen, die Zuckerlösungen in unterschiedlichen Konzentrationen enthielten. Die Hummeln wurden in Gewächshäusern auf dem Campus der Universität beobachtet.

Je größer die Hummel, desto stärker variierte ihr Lernverhalten je nach Gehalt der Zuckerlösung.

Kleinere Hummeln investierten einen identischen Aufwand, um die Positionen der künstlichen Blumen zu ermitteln, unabhängig davon, ob die angebotene Saccharosekonzentration der Blüten hoch oder niedrig war.

„Die Unterschiede, die wir festgestellt haben, spiegeln die unterschiedlichen Rollen der Hummeln in ihren Kolonien wider“, so Natalie Hempel de Ibarra. „Große Hummeln können größere Lasten tragen und weiter vom Nest entfernt nach Nahrung suchen als kleinere. Kleine Hummeln mit einer geringeren Flugreichweite und Tragfähigkeit können es sich nicht leisten, so selektiv zu sein, deshalb akzeptieren sie eine größere Auswahl an Blumen. Die kleinen Hummeln sind eher mit Aufgaben im Nest beschäftigt – sie gehen nur dann auf Nahrungssuche, wenn die Nahrungsvorräte in der Kolonie zu Neige gehen.“

Die Studie ist in vollem Umfang frei zugänglich (Open Access).
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