Durchbruch gegen Nosema ceranae?

  • Veröffentlicht am: 01.11.2017
Wärmebehandlung gegen Nosema ceranae? Foto: Tetzemann/Pixabay, CC0 Creative Commons

Honigbienen werden von vielen Krankheiten heimgesucht. In Neuseeland haben Wissenschaftler in einer Vorab-Studie einen Weg zur erfolgreichen Behandlung gegen den Erreger Nosema ceranae gefunden.

In Neuseeland ist Nosema apis seit dem 18. Jahrhundert bekannt, Nosema ceranae wurde erstmals 2010 identifiziert. Im Frühjahr der Jahre 2014 und 2015 mussten viele Imker in Neuseeland – speziell auf der hügeligen und größtenteils von subtropischem Regenwald bewachsenen Coromandel-Halbinsel – einen unerklärlichen Verlust vieler Völker hinnehmen, der in dem Umfang zuvor nie aufgetreten war. Am Ende der Saison war die Honigproduktion bei ihnen um 40 bis 60 % zurückgegangen.

Beide Nosema-Erreger produzieren Sporen, die Bienen leben kürzer, was zum Zusammenbruch ganzer Völker führen kann. Nosema ceranae gilt insbesondere gegenüber der Westlichen Honigbiene als deutlich aggressiver. Vorkommen sind inzwischen fast weltweit nachgewiesen worden.
Da Nosema sich hauptsächlich durch Kot auf kontaminierten Honigwaben verbreitet, ist es schwierig, eine Infektion zu verhindern. In Neuseeland werden die Verluste durch Nosema-Befall bisher als „a fact of life“ hingenommen.

Erste Ergebnisse einer Vorab-Studie, die von Wissenschaftlern bei Plant & Food Research zusammen mit dem Imker Dr. Oksana Borowik vorgenommen wurden, weisen darauf hin, dass sich ein Durchbruch für eine erfolgreiche Behandlung gegen Nosema ceranae abzeichnet.

Die betroffenen Völker wiesen hohe Befallsraten an N. ceranae auf. In ihren Versuchen fanden die Wissenschaftler einen überraschend einfachen Weg, den Erreger zu bändigen: Eine Hitzebehandlung der Beutenbestandteile und Rähmchen von nur 50 ° C über den Zeitraum von 90 Minuten führte zu einem deutlichen Anstieg der Überlebensfähigkeit der Brut und zu einem Anstieg von 50 % mehr an Bienen in den betroffenen Völkern.

Die Behandlung erweist sich als effektiv, weil die Wärme die Sporen von N. ceranae abtötet, die auf kontaminierten Waben schlummern bevor die Beute von einem neuen Bienenvolk genutzt wird.

„Nosema ceranae hat bemerkenswerte Auswirkungen auf Beuten und die Honig-Industrie in Ländern wie den Vereinigten Staaten und China“, so Dr. Mark Goodwin von Plant & Food Research. „Wir müssen die Bedrohung dieser Krankheit sehr ernst nehmen, speziell weil die Honig-Industrie und der Bestäubungsservice der Honigbienen besonders wichtig für die Wirtschaft in Neuseeland sind. Die bisherigen Entdeckungen dieser Arbeit sind ein sehr ermutigender erster Schritt im Kampf gegen diese Bedrohung.“

Das Team der Forschenden wird auf den bisherigen Ergebnissen aufbauen, um saisonale Auswirkungen und Langzeit-Effekte auszumachen.

Wenn sich die Wärmebehandlung als sicherer und langfristiger Behandlungsweg gegen N. ceranae erweist, besitzt sie das Potenzial, die Gesundheit und Produktivität der Bienenvölker zu steigern.

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