Drastischer Rückgang bei Hummeln im US-Bundesstaat New Hampshire

  • Veröffentlicht am: 12.01.2018
Studie zeigt dramatischen Rückgang der Hummeln. Foto: Molly Jacobson/UNH

Bei einer ersten Langzeitstudie haben Wissenschaftler die Hummel-Population des US-Bundesstaates New Hampshire unter die Lupe genommen. Über den Untersuchungszeitraum von 150 Jahren hat sich ein dramatischer Rückgang eingestellt.

Wildbienen, insbesondere Hummeln, sind wichtige Bestäuber für die Landwirtschaft und natürliche Lebensräume. Hummeln haben in den letzten Jahrzehnten alarmierende Rückgänge verkraften müssen. Um effektiv auf ihren Schutz hinzuarbeiten, seien Informationen über ihre Lebensgeschichte, ihre ökologische Rolle und ihre Verbreitung auf lokaler Ebene notwendig, so die Forscher.

Der Wert der Bestäubung für die Landwirtschaft wird weltweit auf mehr als 200 Milliarden US-Dollar pro Jahr geschätzt. Der weit verbreitete Rückgang der Bestäubervielfalt hat zu Besorgnis einer weltweiten Bestäuberkrise geführt. In der Folge hat der Nationale Forschungsrat in den USA regionale, nationale und internationale Programme gefordert, um den Status und die Entwicklung des Zustands der Bestäuber zu verfolgen.

Für ihre aktuelle Studie analysierten die Wissenschaftler 3.333 Hummel-Proben, die 16 Arten umfassen und bis ins Jahr 1867 zurückreichen. Die Proben stammen aus der Insektensammlung der Universität New Hampshire und aus Sammlungen in der Natur während der Sommer 2014 bis 2016. Dies ermöglichte es den Forschern, Veränderungen in der Häufigkeit des Auftretens und der Verbreitung auszumachen. Aufzeichnungen über Blütenpflanzen ergänzten die Gesamtbetrachtung im Hinblick auf ihre Nahrungsressourcen.

Die Wissenschaftler ermittelten einen drastischen Rückgang der Rostbraungefleckten Hummel Bombus affinis, von Bombus fervidus und Bombus terricola sowie einen signifikanten Rückgang von Bombus vagans. Die Daten zeigen darüber hinaus, dass die Gemeine östliche Hummel Bombus impatiens im Laufe der Zeit die ökologische Nische von B. vagans eingenommen hat. Die Rostbraungefleckte Hummel war die erste Biene, die Anfang 2017 in den kontinentalen Vereinigten Staaten als gefährdete Art gelistet wurde.
Sie soll in New Hampshire nach den Aufzeichnungen im Jahr 1993 ausgestorben sein. B. fervidus ist in den letzten 150 Jahren um 96 Prozent zurückgegangen. B. terricola ist um 71 Prozent zurückgegangen. B. vagans hat in New Hampshire ebenfalls einen deutlichen Rückgang von 42 Prozent erlebt. Die Forscher schlagen daher vor, die Bestände von B. vagans mithilfe künftiger Schutzmaßnahmen zu erhalten.

In ihrer Analysen stießen die Forscher für die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts auf eine auffällige Verkleinerung des geografischen Verbreitungsgebiets von B. terricola, die sich nur noch auf Höhenlagen beschränkt; ihre bedeutende Rolle für die Bestäubung mehrerer alpiner Pflanzen erfordert sofortige Schutzmaßnahmen.

Änderungen des Klimas und die Nutzung von Land könnten eine bedeutende Rolle bei den Verlusten nordöstlicher Hummeln spielen, wobei viele Auswirkungen noch nicht bekannt seien, so die Wissenschaftler. Studien über den Rückgang der Hummeln seien zeitkritisch und entscheidend für das Verständnis, wie Wildbienen von anthropogenen Veränderungen des Planeten betroffen seien. Diese Daten würden benötigt, um zu verhindern, dass anfällige Bestäuber aussterben.

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