Erfolgreiche Hummelkönigin nach Wildfang?

  • Veröffentlicht am: 08.03.2019
Das verlassene Hummelnest einer einst erfolgreichen Königin. Foto: Niels Gründel

Hummeln sind eusozial, aber Königinnen leben den Großteil ihres Lebens allein. Über den Zeitraum, in dem sie allein zurecht kommen müssen, ist wenig bekannt, nicht einmal über die besonders wesentlichen Faktoren, die zu einer erfolgreichen Gründung eines neuen Volkes führen.
Wenn eine Königin bereits ein Nest in freier Wildbahn gegründet hat, wird sie dann ein weiteres in Gefangenschaft gründen?

Eine Empfehlung, die durchaus dem Reich der Legenden zugeordnet werden kann, legt nahe, dass wild gefangene Königinnen seltener erfolgreich ein Volk begründen, wenn sie mit Pollenladungen eingefangen werden. Königinnen, die bereits Pollen sammeln, haben sich bereits für einen Nistplatz entschieden – so die Begründung. Sie hätten bereits erste Eier gelegt, bereiten sich darauf vor oder pflegen sogar schon die ersten Brutlarven. Das klingt durchaus begründet, doch wissenschaftliche Belege dazu gibt es keine.

Um der Überlieferung auf den Grund zu gehen, haben Wissenschaftler in den Jahren 2016 und 2017 insgesamt 960 Jungköniginnen fünf verschiedener Arten eingefangen und zwangsumgesiedelt. Zuvor dokumentierten sie, ob die Königinnen bereits Pollen gesammelt hatten.
Im neuen, künstlichen Nest erhielten die Königinnen 21 Tage lang unbegrenzt Nahrung.
Die Nester wurden täglich auf Brutgeschehen überwacht, die Brutproduktion zwischen den mit und ohne Pollenladung gefangenen Königinnen verglichen.

Die Erfolgsrate für die Neugründung eines Volkes variierte im Ergebnis zwischen den Arten und es gab in der Tat einen Einfluss des Pollen-Sammelverhaltens zum Zeitpunkt des Einfangens. Mit Pollen beladene Königinnen der Westlichen Hummel Bombus occidentalis legten seltener Eier ab, jedoch hatten mit Pollen gefangene Zweigeteilte Hummeln B. bifarius und Gelbmasken-Hummel-Königinnen B. vosnesenskii einen größeren Erfolg, ein in Gefangenschaft befindliches Nest zu gründen.

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