Hummeln treiben Pflanzen zur Blüte

  • Veröffentlicht am: 21.07.2020

Gehen Hummeln die Blüten aus, verletzen sie sie gezielt und treiben sie so schneller zum Blühen. Foto: Niels Gründel

Leiden Hummeln unter Pollenmangel, so beschädigen sie Pflanzenblätter auf eine ganz charakteristische Art und Weise, was dazu führt, dass die Pflanze bis zu 30 Tage früher blüht. Der Hummelverbiss wurde zwar schon früher beobachtet, aber nicht weiter untersucht.

Hummeln benötigen Pollen – viel und abwechslungsreich – um starke Völker entwickeln zu können. Das Angebot an Pollen variiert jedoch stark von Monat zu Monat und Standort.

Geht das Angebot zurück, so greifen die Arbeiterinnen zu einem Trick, um Einfluss auf die Pollenversorgung zu nehmen: Sie beschädigen die Blätter blütenloser Pflanzen so, dass diese Pflanzen signifikant früher blühen als unbeschädigte Pflanzen. Tomatenpflanzen Solanum lycopersicum konnten die Dunklen Erdhummeln Bombus terrestris im Versuch zu einer 30 Tage früheren Blüte antreiben, bei Senf Sinapis waren es immerhin noch zwei Wochen. Entscheidend ist wohl auch der genaue Entwicklungszeitpunkt der geschädigten Pflanzen.

Experimente im Freien haben gezeigt, dass die Intensität der zugefügten Schäden mit der Verfügbarkeit lokaler Blumen variiert.
In Freilandversuchen konnte das Verhalten auch bei Hummeln beobachtet werden, die nicht Teil des ursprünglichen Versuchs waren. Honigbienen zeigten dagegen keinen Verbiss.

Im Rahmen ihrer Studie haben die Wissenschaftler versucht, Pflanzen ebenfalls durch Beschädigungen früher zum Blühen anzuregen. Das ist jedoch nicht gelungen. Die Hummeln müssen daher eine bestimmte Methode anwenden, die bisher unbekannt ist.

Literaturstelle: 

Paschalidou FG, Lambert H, Peybernes T, Mescher MC, De Moraes CM. Bumble bees damage plant leaves and accelerate flower production when pollen is scarce. Science, online publiziert 21. Mai 2020. DOI: 10.1126/science.aay0496

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