Frankreich

Mehr Honigbienen bedeuten weniger Wildbienen in Städten

Städte sind bei Imkern beliebte Orte für die Haltung von Honigbienen. Die Stadt-Imkerei ist hipp, geschürt vor allem durch die Massenmedien und teilweise sogar durch Behörden unterstützt. Insgesamt zeigen die Völkerzahlen in den Städten über die letzten Jahre einen starken Anstieg. Das führt zwangsläufig zu einer Konkurrenz zwischen Honigbienen und Wildbestäubern – zumindest im naturnahen Kontext gibt es dazu erste Studien. Für den städtischen Raum hat die Konkurrenzsituation ein französisches Forscherteam untersucht.

Kleine Felder gut für Wildbienen und bessere Ernteerträge

Wissenschaftler haben herausgefunden, dass in Agrarlandschaften mit kleinen Feldern mehr Wildbienen vorkommen als in Landschaften mit großen Feldern. Und das höhere Aufkommen von Wildbienen führte zu einer verbesserten Bestäubung der dort angebauten Pflanzen. Überraschenderweise fanden sich weniger Wildbienen in Landschaften, in denen viele verschiedene Feldfrüchte angebaut wurden.

Warum Bienen so empfindlich auf Stress reagieren

In der industrialisierten Welt sind Bienen auf dem Rückzug, wodurch eine nachhaltige Bestäubung nicht mehr immer sichergestellt ist. Pestizide, Schadstoffe, Parasiten, Krankheiten und Mangelernährung sind die Auslöser. In einer Studie haben Wissenschaftler neurobiologische, ökologische und evolutionäre Gründe betrachtet, warum Bienen besonders anfällig für diese Stressfaktoren sind.

Vom Labor zum Feldversuch - Neonicotinoide in der Realität

Drei weit verbreitete Neonicotinoide wurden europaweit von den Feldern verbannt, weil sie als Risikofaktoren für Honigbienen galten. Seither gibt es kontroverse Diskussionen vor allem um die Toxizität der systemischen Pestizide im Laborversuch und der tatsächlichen Anwendung im Freiland.
Während im Laborversuch schädliche Wirkungen für Honigbienen schon bei Spuren nachvollziehbar sind, gibt es in der freien Wildbahn keine derartigen Nachweise für schädliche Auswirkungen auf Bienenvölker in der Nachbarschaft behandelter landwirtschaftlicher Flächen.

Biodiversitätsvariablen gegen den Artenverlust

Essenzielle Biodiversitätsvariablen (EBVs) können dabei helfen, den Artenschwund zu stoppen. Was sie sind, erklärt jetzt ein internationales Forscherteam anhand einer Analogie: Wie sich der Kurs einer Aktie aus Angebot und Nachfrage ergibt und wie aus den Kursen aller einzelner Aktien der Index einer Börse berechnet wird, so entstehen aus den Daten der Naturbeobachtungen die Biodiversitätsvariablen. Aus ihnen können Indizes berechnet werden, die für politische Entscheidungen ausschlaggebend sind. Die Wissenschaftler wollen damit verdeutlichen, wie wichtig EBVs für den Erhalt der Biodiversität sind und wo globale Wissenslücken den Erhalt der Artenvielfalt erschweren.