Wildbienen in städtischer Umgebung

Natürliche Lebensräume schwinden durch die Änderung der Nutzung von Land. Insbesondere stellt die Verstädterung eine bedeutende, zunehmende Form des Verlusts von Lebensräumen dar, die von Dauer ist und sich auf vielfältige, oft widersprüchliche Weise auf die Bienenvielfalt und -fülle auswirkt. Städtische Gebiete sind im Vergleich zu landwirtschaftlichen Gebieten tendenziell ein günstiger Lebensraum für Bienen.

Selbstbestimmt zur Königin

Stachellose Melipona-Bienen zeigen eine paradoxe Überproduktion von Königinnen, die später von Arbeiterinnen vertrieben oder umgebracht werden. Die Gründe dafür sind unklar. Bisher wird angenommen, dass die Bestimmung, ob sich eine Larve zu einer Königin entwickelt, durch die Arbeiterinnen gesteuert wird. Dem ist aber nicht so, wie das Ergebnis einer aktuellen Studienveröffentlichung zeigt.

Verbotene Neonicotinoide im Raps

Bei aktuellen Untersuchungen der Aurelia Stiftung wurde das EU-weit verbotene Neonicotinoid Thiacloprid in Rapshonigen nachgewiesen. Der für Bienen hochgefährliche Wirkstoff hätte in der Rapsanbausaison 2021 überhaupt nicht mehr zum Einsatz kommen dürfen. Vor der Anbausaison 2022 besteht jetzt dringender Handlungsbedarf bei den zuständigen Behörden, um geltende Anwendungsauflagen auch tatsächlich durchzusetzen.

Nahrungsvielfalt begrenzt schädliche Einflüsse

Eine Studie zeigt, dass eine hohe Landschaftsvielfalt und eine vielfältige Pollenernährung den Fortpflanzungserfolg von Hummeln verbessern können. Eine abwechslungsreiche Ernährung mildert sogar den Druck durch Wachsmotten ab. Für den Erhalt von Hummeln und ihrer Bestäubungsleistungen müssen daher letzte vielfältige Lebensräume in Agrarlandschaften erhalten oder wiederhergestellt werden.

Pflanzaktion für Wildbienen 2022

Der bundesweite Pflanzwettbewerb „Wir tun was für Bienen!“ ist in die nächste Runde gestartet. Prämiert werden insektenfreundliche Gärten und inspirierende Aktionen. Es gibt Preise im Gesamtwert von über 10.000 Euro zu gewinnen. Ein weiterer Anreiz, die eigene eintönige Rasenflächen in ein summendes Paradies zu verwandeln.

Bestäuber verhalten sich komplex

Wie kann die Dichte von Pflanzen den Besuch von Bestäubern beeinflussen? Bisherige Studienergebnisse sind widersprüchlich: Einige Studien deuten darauf hin, dass dichte Blumenbestände mehr Bestäuberbesuche aufweisen, während andere Studien das Gegenteil zeigen. Eine aktuelle Studie untersuchte die Auswirkungen der Pflanzendichte auf den Besuch von Bestäubern in einer renaturierten Prärie.

80 Millionen Jahre gemeinsame Evolution mit ihren Darmbakterien

Vor etwa 80 Millionen Jahren begann eine Gruppe von Bienen soziale Verhaltensweisen zu zeigen, darunter etwa die gemeinsame Aufzucht ihrer Nachkommen und die Verteidigung ihrer Kolonie. Noch heute tragen ihre Nachkommen - Honigbienen, Stachellose Bienen und Hummeln - fünf Arten von Darmbakterien in sich, die sich damals mit den Wirtsbienen entwickelt haben.

Social-Media bei Honigbienen

Forscher haben starke Ähnlichkeiten zwischen den Kommunikationsnetzwerken von Honigbienen und Menschen entdeckt. Dazu analysierten sie mehr als 1,2 Millionen Interaktionen bei sozialen Honigbienen. Mehr als 600 Millionen Jahre Evolution liegen zwischen den Arten, sodass sich in der Gemeinsamkeit wahrscheinlich eher eine fundamentale Eigenschaft sozialer Interaktionen widerspiegeln dürfte.

Bienen stellen Nektarkonzentrat her

Nektar zählt zu den bedeutendsten Ressourcen für Bienen. Es ist seit langem bekannt, dass einige Bienen Nektar mit ihren Mundwerkzeugen anreichern, darunter Honigbienen und Stachellose Bienen. Beobachtungen dieses Verhaltens bei unterschiedlichen Bienengruppen deuten jedoch darauf hin, dass dieses Verhalten viel weiter verbreitet ist, als bisher angenommen.

Bestäubung durch Bienen steigert Raps-Ernte

Es gibt wachsende Belege dafür, dass Bestäuber-abhängige Pflanzen, die von vielen Insekten besucht werden, höhere Erträge liefern können. Höhere Erträge können entweder durch eine Zunahme von teuren Agrochemikalien oder durch eine Zunahme des Bienenreichtums erzielt werden. Pestizide steigern die Ernteerträge aber nicht per se, da sie keine Bestäubungsdienstleistungen erbringen. Ihre Kosten verringern aber definitiv die Bruttomargen der Landwirte.

Varroa-Milbe entschlüsselt

Die parasitäre Varroa-Milbe hat sich dank menschlicher Unterstützung fast weltweit bei Honigbienen verbreiten können. Über die Biologie der Milbe ist jedoch erstaunlich wenig bekannt. Die Genome der beiden Milben-Arten wurden jetzt von einem internationalen Wissenschaftler-Team vollständig sequenziert.

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