Panorama

Aktuelle Nachrichten und Informationen zu Honigbienen, Hummeln und weiteren Wildbienen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und der ganzen übrigen Welt.

Save bees and farmers – EU-Bürgerinitiative für eine bessere Landwirtschaft

In Europa formiert sich ein breites, zivilgesellschaftliches Bündnis zur Rettung der Artenvielfalt und der bäuerlichen Landwirtschaft. Organisationen aus ganz Europa reichten in Brüssel die Europäische Bürgerinitiative (EBI) „Save bees and farmers - Bienen und Bauern retten!“ ein. Sie will den Einsatz gefährlicher Pestizide beenden und Bäuerinnen und Bauern bei der Umstellung zu einer gesünderen und umweltfreundlicheren Produktionsweise unterstützen. Die EU-Kommission hat nun zwei Monate Zeit, die Bürgerinitiative zu prüfen. Sobald sie die Registrierung bestätigt, wird das Bündnis innerhalb eines Jahres eine Million Unterschriften in Europa sammeln.

Honigbienen auf der Spur

Das „Citizen Science“-Projekt „Bee Observer“ will das Bienensterben besser verstehen. Dazu sind 200 Bienenvölker mit Sensoren bestückt worden. Die Wissenschaftler hinter dem Projekt hoffen, in den gesammelten Daten unbekannte Ursachen für den Tod der Insekten zu finden.

Auf der Suche nach wild lebenden Honigbienen

Das eigenständige Leben der Honigbienen, also ohne Betreuung durch den Menschen, ist hier zu Lande eher die Ausnahme und kaum erforscht. Das „Citizen Science“-Projekt BEEtree-Monitor will das ändern.
Das Projekt ist auf die Mithilfe von Helfern angewiesen, die sich auf die Suche nach wild lebenden Völker machen und diese Beobachtungen auf der Projektseite dokumentieren. Langjährige Beobachtungen zeigen, dass Honigbienen-Völker deutlich häufiger als vermutet eigenständig in Nisthöhlen überleben können. Der Honigbiene wird jedoch unterstellt, dass es sie als echtes Wildtier nicht mehr geben würde.

Investieren in Honigbienen

Deutsche und österreichische Interessierte können in das Wiener Honigbienen-Start-up „Hektar Nektar“ investieren. Eine Beteiligung erfolgt auf der Crowd-Investing-Plattform Conda. Der Basiszinssatz für Investoren beträgt 4,5 %, wer sich bis zum 16. Juli entscheidet, erhält sogar 5,5 %.

Bienen-Schmuggel mit Todesfolgen

Auf einen ungewöhnlichen Schmuggelfall stießen Mitarbeiter des Schweizer Zolls in St. Margrethen, Kanton Sankt Gallen. Ein Deutscher versuchte, zwölf Bienenvölker unangemeldet in die Schweiz einzuführen. Der Mann floh vor den Zöllnern und konnte erst nach einer Verfolgungsjagd angehalten werden. Die Bienenvölker wurden vernichtet.

Blühstreifen ja, aber richtig

Seit dem überwältigenden Erfolg des „Volksbegehrens Artenvielfalt – Rettet die Bienen!“, für das über 1,7 Millionen Wahlberechtigte im Freistaat unterschrieben haben, werden seit Anfang Februar vor allem in Bayern Angebote von Landwirten zu Blühpatenschaften für Bürger beworben. Maßgeblich unterstützt wird diese Aktion vom Bayerischen Bauernverband (BBV) – dem landwirtschaftlichen Lobbyverband, der sich bis zum Ende der Einschreibefrist lautstark und vehement gegen das Volksbegehren gestemmt hatte. Wollen die Landwirte wirklich helfen oder nur motivierte Mitbürger abkassieren?

Früher Tod und Verhaltensänderungen

Eine Studie aus Brasilien legt nahe, dass die Wirkung von Pestiziden auf Honigbienen deutlich negativer sein könnte als bisher angenommen. Das Insektizid selbst muss dazu nicht in einer tödlich eingestuften Menge eingesetzt werden; das Leben der Bienen kann es dennoch um bis zu 50 % verkürzen und ein als sicher eingestuftes Fungizid verändert das Verhalten der Arbeiterinnen, sodass von fleißigen Bienen nicht mehr die Rede sein kann.

Beratung beim Verkauf von Pestiziden verbesserungswürdig

In Zeiten des Bienen- und Insektensterbens kommt auch Haus- und Kleingärten eine wichtige Rolle als Lebensraum für Bestäuber sowie Insekten zu. 700 Tonnen Pestizide werden jährlich in Österreichs Gärten ausgebracht. Die dortige Umweltschutzorganisation Global 2000 hat sich auf gemacht und in Gartencentern und Baumärkten den Verkauf von Pestiziden unter die Lupe genommen.

Sonder-Briefmarken zum Weltbienentag

Der Weltbienentag am 20. Mai wird auch von der Postverwaltung der Vereinten Nationen gebührend begangen – mit der Herausgabe von drei Briefmarken-Blöcken mit Bienen und Blumen. Die Vereinten Nationen hatten den 20. Mai aufgrund der Initiative Sloweniens im Jahr 2017 zum Weltbienentag erklärt, um die Öffentlichkeit für die Bedeutung der Bienen, ihre Bedrohungen, die Notwendigkeit des Schutzes ihres natürlichen Lebensraums und ihren Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung zu sensibilisieren.

Beteiligung von Interessengruppen an Überarbeitung der Leitlinien Bienen und Pestizide

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) richtet eine Konsultationsgruppe ein, die in verschiedenen Phasen der Überarbeitung der Leitlinien zur Risikobewertung von Pestiziden und Bienen konsultiert werden. Die Mitglieder der Gruppe liefern der mit der Überarbeitung des Dokuments beauftragten wissenschaftlichen Arbeitsgruppe der EFSA Anstöße.

Studie legt Lobby-Netz des Deutschen Bauernverbands offen

Der Naturschutzbund Deutschland e. V. (NABU) hat eine Studie vorgestellt, die das Netz der Agrarlobby in Deutschland offenlegt. „Unser Ziel ist es, Transparenz in das enge Beziehungsgeflecht zwischen Agrarpolitik, Agrarwirtschaft und Bauernverband zu bringen. Denn seit Jahren werden Entscheidungen gegen das Gemeinwohl getroffen, bei der Düngeverordnung genauso wie bei der Verteilung der milliardenschweren Agrarsubventionen. Daher muss transparent sein, wo in Parlamenten und Wirtschaft Agrarfunktionäre mitreden und welchen Einfluss sie nehmen können“, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke.

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