Einblicke in das verborgene Leben der Hummeln
Vogelnistkästen mit integrierten Kameras haben Wissenschaftler dazu angeregt, ein Hummelnest zu entwickeln, das ebenfalls über eine Kamera verfügt und unterirdisch vergraben werden kann.
Vogelnistkästen mit integrierten Kameras haben Wissenschaftler dazu angeregt, ein Hummelnest zu entwickeln, das ebenfalls über eine Kamera verfügt und unterirdisch vergraben werden kann.
Die meisten wissenschaftlichen Untersuchungen konzentrieren sich auf Honigbienen und Hummeln. Solitärbienen stehen nur selten im Fokus, dabei sind sie wertvolle und effiziente Bestäuber für viele Wild- und Nutzpflanzen. In einer aktuellen Studie sind Forscher den Blütenpräferenzen bei zwei Wildbienenarten nachgegangen und zeigen damit einen Einblick in die Ko-Evolution zwischen Blüten und Bestäubern.
Das Juvenilhormon (JH) ist ein Hormon bei Insekten, das viele physiologische Übergänge bei Insekten steuert, einschließlich Häutung, Metamorphose, Diapause und Fortpflanzung. In einer aktuellen Studie weisen Wissenschaftler nach, dass das Juvenilhormon die Stoffwechselrate bei Dunklen Erdhummeln beschleunigt.
Bevor Hummeln ihr Nest verlassen, um zur Nahrungssuche aufzubrechen, nehmen sie eine Mischung aus Koffein, Zucker und Blütenaromen zu sich. Das kommt vielen Menschen ziemlich bekannt vor: Ein Schluck Kaffee vor dem Verlassen der Wohnung.
Sulfoxaflor gilt als Ersatz für viele inzwischen nicht mehr zugelassene Neonicotinoide. Die Studienlage ist trotz Zulassung jedoch dürftig. Eine aktuelle Studie zeigt, dass die Auswirkungen eines feldrealistischen Sulfoxaflor-Einsatzes auf Hummel-Populationen über subletale bis hin zu tödlichen Wirkungen reichen.
In einer Studie wurde das Potenzial von Metaboliten in der Hämolymphe als Biomarker zur Identifizierung des Virusinfektionsstatus bei Bienen untersucht. Die Zwischenprodukte aus dem Stoffwechsel wurden mittels Ultra-Hochleistungs-Flüssigchromatographie in Verbindung mit hochauflösender Massenspektrometrie analysiert.
Größere Hummeln eines Volkes gehen schon bei ungünstigen Lichtverhältnissen der Morgendämmerung auf Nahrungssuche, wie neue Forschungsergebnisse zeigen, weil sie besser sehen und sich auf das Wissen um die Standorte ihrer Nahrungsquellen verlassen.
Unkrautvernichter, die von Haushalten und in der Landwirtschaft eingesetzt werden, könnten durch geringfügige Anpassungen hummelfreundlicher werden. Dazu wäre lediglich eine leichte Änderung der Zusatzstoffe notwendig.
Große und kleine Hummeln aus demselben Volk lernen unterschiedlich. Während kleine Hummeln mit einer kürzeren Flugreichweite und einer geringeren Tragfähigkeit nicht besonders auf Blumen mit dem reichhaltigsten Nektar setzen, tun große Hummeln genau das: Sie optimieren ihre Ausflüge.
Die Dunkle Erdhummel besitzt ein großes Verbreitungsgebiet, wobei Unterarten eine Vielzahl lokaler Anpassungen aufweisen. In den 1980er Jahren begann die kommerzielle Hummelzucht ein sehr lohnendes Geschäftsfeld zu werden. In Europa wird die Dunkle Erdhummel kommerziell aufgezogen und weltweit auch in Länder exportiert, wo sie nie heimisch war.
Wissenschaftler haben mit molekularbiologischen Methoden und traditioneller Mikroskopie das Pollen-Sammelverhalten von Honigbienen und Hummeln in Agrarlandschaften untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass Hummeln, um ihren Bedarf an Eiweißnahrung zu stillen, viel mehr Pollen aus unterschiedlichen Pflanzengattungen nutzen als Honigbienen. Außerdem werden weniger Pollen von der Zielpflanze Erdbeere gesammelt, wenn viele Rapsfelder in der umgebenden Landschaft in Blüte sind.
Die Reproduktionsraten von Hummeln in strahlenverseuchten Lebensräumen wie Tschernobyl sind stärker betroffen, als bisher angenommen. Und der Einfluss der Strahlung verläuft nichtlinear: Schon bei niedrigen Dosen nimmt der Fitnessverlust der Hummeln schnell zu.
In einer aktuellen Studienveröffentlichung haben Wissenschaftler hochgiftigen Pollen einer einzigen Pflanzengattung zuordnen können. Dieses Verfahren zur Rückverfolgung von Pollenproben mit hoher Toxizität zu potenziellen Quellpflanzen könnte Anwendungsempfehlungen für Pestizidanwendungen und -zeitpunkte ergeben.
Eine aktuelle Studie hat das Summen Dunkler Erdhummeln näher unter die Lupe genommen. Während der Blütenbestäubung ist es wesentlich stärker als das zur Verteidigung eingesetzte Summen: Kräfte bis zu 50 G werden an der Blüte erzeugt – fünfmal so viel wie bei Kampfjetpiloten.
Leiden Hummeln unter Pollenmangel, so beschädigen sie Pflanzenblätter auf eine ganz charakteristische Art und Weise, was dazu führt, dass die Pflanze bis zu 30 Tage früher blüht. Der Hummelverbiss wurde zwar schon früher beobachtet, aber nicht weiter untersucht.
Vibrationen spielen eine wichtige Rolle im Verhalten von Insekten. Bei Bienen werden Vibrationen in einer Vielzahl von Zusammenhängen verwendet – der Kommunikation, als Warnsignal zur Abschreckung von Raubtieren und während der Pollensuche. Wenig bekannt ist, wie sich die biomechanischen Eigenschaften der Vibrationen bei unterschiedlichen Verhaltensweisen innerhalb einer Art unterscheiden.
Hummeln, die dem Neonicotinoid Imidacloprid ausgesetzt sind, fliegen nur ein Drittel der Entfernung, die unbelastete Hummeln erreichen können. Das Flugverhalten ist jedoch von entscheidender Bedeutung für die Nahrungssuche. Eine verringerte Flugleistung kann dazu führen, dass Kolonien hungern und die Bestäubung von Pflanzen beeinträchtigt werden.
Das Verständnis der Mechanismen, mit denen Organismen sich an ungünstige Bedingungen anpassen, ist eine grundlegende Frage von Ökologie und Evolutionsbiologie. Ein solcher Mechanismus ist die Diapause, die Ruhephase, mit der etwa auch Hummeln den Winter überstehen. Wissenschaftler haben die molekularen Veränderungen in der Hämolymphe der Dunklen Erdhummel untersucht.
Arbeiterinnen von Hummeln schlafen deutlich weniger, sobald sie sich um die Versorgung von Nachkommen kümmern. Unter einem Schlafdefizit leiden sie aber nicht.
Kommerzielle Hummel-Völker werden für eine breite Palette Nutzpflanzenarten vermarktet. Bei einer Erdbeersorte haben die Hummeln – wissenschaftlich begleitet – die Erträge um 25 % steigern können, in anderen Fällen zeigte sich jedoch keinerlei Auswirkung.
Honigbienen gehören aufgrund ihrer wirtschaftlichen Bedeutung für den Menschen zu den am besten untersuchten Insektenarten. Das Interesse der Wissenschaft richtet sich im Wesentlichen auf Bedrohungen für Honigbienen, da sie zu einem Problem der menschlichen Ernährungssicherheit werden. Abweichend zu den vielen Studien zur Bedrohungen haben Forscher nun eine Studie zu den Eigenschaften der Mitochondrien der Flugmuskulatur von Honigbienen vorgelegt.
Nur selten wurden Hummeln dabei beobachtet, wie sie Honigtau von Blattläusen sammeln. Im Allgemeinen liegt der Zuckeranteil in Honigtau von Blattläusen deutlich unter der Zuckerkonzentration in Blumennektaren. Im trockenen Sommer 2018 zeigte zumindest ein Hummelvolk in Großbritannien, dass es seine Nahrungsaufnahme opportunistisch umstellen kann.
Die Verfolgung schnell bewegender Insekten unter Freilandbedingungen ist schwierig und bestehende Technologien sind aufgrund von Größe, Gewicht, Reichweite und Kosten begrenzt. Forscher haben ein RFID-Tagging-System als Prototypen entwickelt, der zur Erkennung von Hummeln und Insekten ähnlicher Größe eingesetzt werden kann.
Aus zurückliegenden Studien wusste man bereits, dass Hummeln die Ladung einer Blüte wahrnehmen können und damit erkennen, ob sich ein Besuch lohnt oder ob schon ein anderer Bestäuber die Blüte vor kurzer Zeit besucht hat. Wissenschaftler der Universität Bristol haben jetzt aufgedeckt, dass dafür wahrscheinlich spezielle Haare für den Spürsinn der Hummeln verantwortlich sind.
In der konventionellen Landwirtschaft wird Aspekten wie der Qualität der Pflanzen, der Bodenqualität, der Düngung und der Unkrautbekämpfung größte Aufmerksamkeit gewidmet. Überraschenderweise spielt die Bedeutung von Ökosystemleistungen für die Landwirtschaft nur eine geringe Rolle. Forschungsergebnisse zeigen, dass selbst die konventionelle Landwirtschaft durch die Förderung von Wildbestäubern profitiert.