Schweiz

Pyrrolizidinalkaloide in Pollen nicht unterschätzen

Vorausgegangene Studien haben gezeigt, dass Pollen-Produkte, die als Nahrungsergänzungsmittel verkauft und in der Apitherapie eingesetzt werden, toxische Pyrrolizidinalkaloide (PAs) enthalten können. Bienen müssen dafür Pollen von PA-haltigen Pflanzen wie Gewöhnlichem Natterkopf sammeln.
In der hier vorgestellten Studie wurde der botanische Ursprung von Pollen an zwei Orten untersucht. Der festgestellte PA-Gehalt in den Pollen-Proben der Honigbienen während der Blütezeit war relativ hoch, obwohl die Bienen insgesamt nur relativ wenig Pollenfracht sammelten. Eine Überwachung des gesammelten Pollens bei den rückkehrenden Bienen allein ist nicht ausreichend, um das Risiko einer PA-Kontamination im Pollen abzuschätzen.

Neue alpine Sandbiene entdeckt

In einer aktuellen Studie haben Wissenschaftler die Bienen-Taxa der Zweifarbigen Sandbiene, einschließlich Andrena montana und A. allosa überarbeitet, deren Status umstritten war. Analysen eines mitochondrialen Gens und eines Kerngens sowie morphologische Untersuchungen zeigten die Präsenz von insgesamt vier alpinen Arten, von denen A. amieti neu ist. Die neue Art ist in den Alpen von Südfrankreich über die Schweiz, Norditalien und Süddeutschland bis nach Österreich verbreitet. Ein einzelnes Vorkommen ist aus dem Apenninen bekannt.

Kleiner Beutenkäfer ist ganz großer Opportunist

Der Kleine Beutenkäfer stammt ursprünglich aus Südafrika. Durch den globalen Handel hat er sich dank des Menschen inzwischen über weite Teile der Welt ausbreiten können. In Europa ist er bisher nur im Süden Italiens angekommen. Ihn auszurotten, fällt dennoch schwer. Dabei spielen nicht nur einzelne Imker eine unrühmliche Rolle, dem Beutenkäfer hilft auch, dass er im Zweifel gar nicht auf Honigbienen zum Überleben angewiesen ist wie eine neue Studie zeigt.

Bienen-Schmuggel mit Todesfolgen

Auf einen ungewöhnlichen Schmuggelfall stießen Mitarbeiter des Schweizer Zolls in St. Margrethen, Kanton Sankt Gallen. Ein Deutscher versuchte, zwölf Bienenvölker unangemeldet in die Schweiz einzuführen. Der Mann floh vor den Zöllnern und konnte erst nach einer Verfolgungsjagd angehalten werden. Die Bienenvölker wurden vernichtet.

High-Tech-Bienenstock

Seit Millionen von Jahren kommen Honigbienen allein in ihrer Umwelt zurecht. Weil sie (in vielen Ländern) als wertvolle Nutztiere gelten und sie gleichwohl durch menschliche Einflüsse immer wieder unter Druck geraten, sollen nun auch sie ein smartes Zuhause erhalten und sich immer weniger auf ihre natürlich Instinkte verlassen müssen, die in der von Menschen veränderten Umwelt durchaus schon mal versagen können.

Junge Bienen beschleunigen das Altern Älterer

Honigbienen-Völker sind komplexe Gesellschaften, in denen die Arbeit nicht zentral verteilt wird. Wie genau diese Arbeitsaufteilung erfolgt, ist noch immer kaum nachvollziehbar. Schweizer Forschung haben entdeckt, dass junge Bienen diesen Prozess beeinflussen. Sie veranlassen die älteren Bienen dazu, Aufgaben außerhalb des Nestes zu übernehmen, und reduzieren so drastisch deren Lebenserwartung.

Honig unterstützt Verdauung pollenreicher Nahrung

Der Darm der Honigbienen wird von spezialisierten Bakterien besiedelt, die dazu beitragen, Bestandteile aufgenommener Blütenpollen in der Nahrung zu verdauen und Moleküle zu produzieren, die wahrscheinlich die Bienengesundheit fördern. Schweizer Wissenschaftler haben in einer Studie herausgefunden, welche Bakterienarten welche Verdauungsfunktionen im Darm der Bienen übernehmen.

Wert der Bienenbestäubung in der Schweiz

Forscher untersuchten die Bedeutung der Bestäubungsleistung von Honig- und Wildbienen für die Schweiz. Dabei zeigte sich, dass, zusätzlich zu den Obst- und Beerenflächen auf 14 % der Ackerfläche bestäubungsabhängige Kulturen angebaut werden. Nicht überall stehen dafür genügend Honigbienen zur Bestäubung zur Verfügung, obwohl die Abdeckung im landesweiten Durchschnitt relativ gut ist. Angesichts dieser bedeutenden Zahlen für die Landwirtschaft ist Bienen- und Wildbienenschutz gefragt.

Imker fordern Verbote von Neonicotinoiden und Lenkungsabgabe für Pestizide

Der Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft aber auch auf öffentlichen Flächen oder in Privatgärten hat verschiedene negative Auswirkungen auf die Umwelt. Um dieses Risiko zu minimieren, hat der Bund im Sommer einen Aktionsplan vorgestellt und betroffene Kreise zur Stellungnahme eingeladen. Auch die eidgenössischen Imkerinnen und Imker haben sich dazu über ihre Dachorganisation Apisuisse geäußert. Ihre Stellungnahme bezieht sich zwar primär auf die Honigbienen. Wildbienen und andere für die Blütenbestäubung wichtige Insekten wie beispielsweise Schmetterlinge profitieren aber ebenso von den vorgeschlagenen Maßnahmen.

Altruistischer Suizid als Erfolgskonzept bei Bienen

Völker der Östlichen Honigbiene überleben einen Befall mit der parasitären Varroamilbe, der für Völker der Westlichen Honigbiene tödlich endet. Ein internationales Forschungsteam hat entdeckt, dass ein Großteil der befallenen Larven der Östlichen Honigbiene stirbt, worauf die Kolonie die abgestorbenen Larven entfernt – zusammen mit ihren Parasiten. Insofern ermöglichen schwache Bienen das Überleben des Bienenvolkes: Sie verhindern die Vermehrung des Parasiten.

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