Wissenschaft

Aktuelle Nachrichten und Informationen aus der Wissenschaft - inbesondere über Studienergebnissen - zu Honigbienen, Hummeln und weiteren Wildbienen aus der ganzen Welt.

Zusätzlich steht eine Übersicht aller veröffentlichter Studien mit ihren Originaltiteln bereit. Dort kann nach Begriffen in den Studientiteln und den Namen der Autoren gefiltert werden.

Brutbiologie und Verbreitung der Mauerbiene Osmia uncinata

Die Mauerbiene Osmia uncinata zählt zu den paläarktischen Megachilidae, die vom gemäßigten Nordeuropa nach Osten bis in den russischen Fernen Osten verbreitet ist. Die Entdeckung von über 80 Nestern in der Schweiz, in Süddeutschland und in Schottland ermöglichte erstmals eine genauere Untersuchung der Brutbiologie und veranlasste die Bewertung der Phänologie, Verbreitung und des Lebensraums der Art.

Beschleunigung trotz Landeanflug

Die meisten flugfähigen Tiere verlassen sich vorwiegend auf visuelle Hinweise, um ihre Flugbahn bei der Landung zu koordinieren. Bei einer Landung im Sichtflug verringern die Tiere normalerweise ihre Geschwindigkeit im Anflug vor dem Aufsetzen. Stachellose Biene Scaptotrigona depilis beschleunigen allerdings, bevor sie auf dem schmalen Eingang ihres Bienenstocks landen.

Pollenspezialisierung bei Mauerbienen

Eine Reihe von Bienen-Arten sind Ernährungsspezialisten und beschränken die Nahrungssuche nach Pollen auf bestimmte Blüten; sie werden als oligolektisch und monolektisch bezeichnet. Trotz zahlreicher Forschungen sind die Gründe für die Spezialisierung der Bienen und umgekehrt die Gründe, bestimmter Pflanzentaxa sich auf diese Spezialisten zu verlassen, oft unklar.

Volkswirtschaftlicher Nutzen der Bestäubungsarbeit

Eine Billion US-Dollar oder rund ein Prozent des weltweiten Bruttosozialprodukts ist die Arbeit von Tieren, allen voran von Insekten, bei der Bestäubung von Blüten wert. Dieser enorme Wert ist das Ergebnis einer neuen Simulationsstudie. Allein in Deutschland würde die Gesellschaft bei einem Wegfall aller bestäubenden Insekten im Durchschnitt rund 3,8 Milliarden Euro verlieren.

Dramatisches Insektensterben bei Schwebfliegen

Forschungsarbeiten auf der Forschungsstation für Vogel- und Insektenzug Randecker Maar im Kreis Esslingen (Baden-Württemberg) belegen dramatische Einbrüche bei Insekten. In einer europaweit einmaligen Langfriststudie haben Insektenkundler innerhalb von zwei Versuchsreihen Rückgänge von rund 97 % innerhalb von 50 Jahren und etwa 85 Prozent innerhalb einer 40-jährigen weiteren Studie bei ziehenden Insekten nachgewiesen.

Pestizide aus Südtirol in der Schweiz nachweisbar

Pestizide aus der Landwirtschaft können sich unkontrolliert über die Luft verbreiten, zum Teil über viele Kilometer hinweg. Mit einer jetzt vom Graubündner Amt für Natur und Umwelt veröffentlichten Messreihe aus dem Jahr 2019 konnte das Umweltinstitut München nachweisen, dass Pestizide aus dem Südtiroler Obstbau bis in das angrenzende Schweizer Münstertal verfrachtet werden.

Einheimische Pflanzenvielfalt bevorzugt

Hummeln sind wichtige Bestäuber sowohl in natürlichen Lebensräumen als auch solchen, die vom Menschen maßgeblich umgestaltet wurden. Für einige Arten wurden erhebliche Verluste verzeichnet, auch für den Mittleren Westen der Vereinigten Staaten. Der Verlust von Lebensräumen und Blütenressourcen trägt zu den Rückgängen bei. Wenig bekannt ist bisher, wie sich natürliche Graslandschaften gegenüber landwirtschaftlich genutztem Weideland auf die Populationen von Hummeln auswirken.

Wildbienen fliegen für die Forschung

In Zürich wurden bereits 2019 erste Versuche mit Rostroten Mauerbienen in Käfigen durchgeführt. Mit den Nachkommen aus diesen Versuchen hat man im April 2020 weitere Versuche gestartet. Die Frage lautet: Sind Bienen, die als Larven schon Kontakt mit Pflanzenschutzmitteln hatten, besser oder schlechter daran angepasst als adulte Bienen, die erstmals mit solchen Mitteln in Kontakt kommen? Und kann eine optimale Ernährung Pestizidbelastungen abschwächen?

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