Künstliche Steigerung der Bestäubungseffizienz bei Honigbienen
Durch ein spezielles Training können Honigbienen auf mehr Effizienz bei der Bestäubung gedrillt werden. Die Sammelbienen werden dazu innerhalb des Volkes künstlich fortgebildet.
Durch ein spezielles Training können Honigbienen auf mehr Effizienz bei der Bestäubung gedrillt werden. Die Sammelbienen werden dazu innerhalb des Volkes künstlich fortgebildet.
Forschungsarbeiten auf der Forschungsstation für Vogel- und Insektenzug Randecker Maar im Kreis Esslingen (Baden-Württemberg) belegen dramatische Einbrüche bei Insekten. In einer europaweit einmaligen Langfriststudie haben Insektenkundler innerhalb von zwei Versuchsreihen Rückgänge von rund 97 % innerhalb von 50 Jahren und etwa 85 Prozent innerhalb einer 40-jährigen weiteren Studie bei ziehenden Insekten nachgewiesen.
Glyphosat ist das weltweit am häufigsten verwendete Herbizid und kann negative Auswirkungen auf Wildbienen haben. Wissenschaftler haben den Einsatz und die Wirkung des kommerziellen Spritzmittels auf das Nistverhalten von Mörtel- und Blattschneiderbienen untersucht.
Pestizide aus der Landwirtschaft können sich unkontrolliert über die Luft verbreiten, zum Teil über viele Kilometer hinweg. Mit einer jetzt vom Graubündner Amt für Natur und Umwelt veröffentlichten Messreihe aus dem Jahr 2019 konnte das Umweltinstitut München nachweisen, dass Pestizide aus dem Südtiroler Obstbau bis in das angrenzende Schweizer Münstertal verfrachtet werden.
Pollenfallen dienen der Ernte von Pollen, wenn die Sammlerinnen der Honigbienen zurück in ihr Volk kehren. In einer Studie haben Wissenschaftler nachweisen können, dass Pollenfallen unter bestimmten Voraussetzungen ein Risikofaktor für das vermehrte Auftreten des Chronischen-Bienenparalyse-Virus darstellen.
Der Verlust von Blütenpflanzen und der weit verbreitete Einsatz von Pestiziden trifft Widlbienen gleich doppelt. Das trifft zumindest für Blaue Gartenbienen zu: Die Kombination verringert die Fortpflanzung der Bienen um 57 Prozent und führt zu weniger weiblichen Nachkommen.
Hummeln sind wichtige Bestäuber sowohl in natürlichen Lebensräumen als auch solchen, die vom Menschen maßgeblich umgestaltet wurden. Für einige Arten wurden erhebliche Verluste verzeichnet, auch für den Mittleren Westen der Vereinigten Staaten. Der Verlust von Lebensräumen und Blütenressourcen trägt zu den Rückgängen bei. Wenig bekannt ist bisher, wie sich natürliche Graslandschaften gegenüber landwirtschaftlich genutztem Weideland auf die Populationen von Hummeln auswirken.
Das aktuelle Wissen über Bestäuber in Afrika südlich der Sahara ist äußerst überschaubar. Sogar die wesentlichen Bestäuber wichtiger Kulturpflanzen sind weitgehend unbekannt. In einer aktuell publizierten Studie wurden die Bestäuber von Arabica-Kaffee in seiner ursprünglichen Heimat Äthiopien untersucht.
Die Pollen-Spezialisten unter den Wildbienen sind besonders gefährdet. Diese Regel gilt sogar dann, wenn sie Pollen von nicht-gefährdeten Pflanzen sammeln können. Entscheidender sind fehlende Nist- und Lebensräume.
Die Reproduktionsraten von Hummeln in strahlenverseuchten Lebensräumen wie Tschernobyl sind stärker betroffen, als bisher angenommen. Und der Einfluss der Strahlung verläuft nichtlinear: Schon bei niedrigen Dosen nimmt der Fitnessverlust der Hummeln schnell zu.
In Zürich wurden bereits 2019 erste Versuche mit Rostroten Mauerbienen in Käfigen durchgeführt. Mit den Nachkommen aus diesen Versuchen hat man im April 2020 weitere Versuche gestartet. Die Frage lautet: Sind Bienen, die als Larven schon Kontakt mit Pflanzenschutzmitteln hatten, besser oder schlechter daran angepasst als adulte Bienen, die erstmals mit solchen Mitteln in Kontakt kommen? Und kann eine optimale Ernährung Pestizidbelastungen abschwächen?
Eine Meldung aus China sorgte im Frühjahr vor allem unter Imkern für ein Aufhorchen: Bienengift schütze vor dem Coronavirus. Die allzu frohe Kunde wurde nun in einer deutschen Studie verifiziert. Das Ergebnis ist eher ernüchternd. Bienengift ist keine einfache Lösung gegen COVID-19.
Die biologische Vielfalt in der Agrarlandschaft ist in Deutschland in den letzten Jahren, selbst in Naturschutzgebieten, stark zurückgegangen. In eine gemeinsamen Stellungnahme „Biodiversität und Management von Agrarlandschaften” geben die deutschen Wissenschaftsakademien Empfehlungen in acht Handlungsfeldern. Sie benennen den Schutz der Artenvielfalt als eine dringende und komplexe Herausforderung. Es bedürfe eines gesamtgesellschaftlichen Wandels hin zu einer nachhaltigen Landwirtschaft.
In einer aktuellen Studienveröffentlichung haben Wissenschaftler hochgiftigen Pollen einer einzigen Pflanzengattung zuordnen können. Dieses Verfahren zur Rückverfolgung von Pollenproben mit hoher Toxizität zu potenziellen Quellpflanzen könnte Anwendungsempfehlungen für Pestizidanwendungen und -zeitpunkte ergeben.
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA („European Food Safety Authority“) hat Reinheitskriterien und technische Spezifikationen für Bienenwachs publiziert, wenn es in der Imkerei verwendet wird. In ihrem 65 Seiten umfassenden Bericht hat die EFSA Risiken zusammengetragen, die von Bienenwachs für Honigbienen und Menschen ausgehen, wenn es mit Paraffin, Stearin- oder Palmitinsäure verfälscht wurde.
Über 80 Bienenarten wurden weltweit bekannterweise absichtlich oder versehentlich außerhalb ihres ursprünglichen Verbreitungsgebiets eingeführt. Wie sich eingeführte Bienen jedoch an Blumengemeinschaften außerhalb ihres heimischen Verbreitungsgebiets anpassen, ist nur für Generalisten wie Honigbienen und Hummeln bekannt. Wissenschaftler haben eine entsprechende Untersuchung nun an einer Mauerbiene vorgenommen.
Hitze kann Spermien quer durch das gesamte Tierreich abtöten. Dabei gibt es jedoch nur wenige Möglichkeiten, die Auswirkungen von Hitze auf Bestäuber wie Honigbienen zu überwachen, die für Ökosysteme und die kommerzielle Landwirtschaft auf der ganzen Welt von entscheidender Bedeutung sind.
Die Agrarindustrie wendet zum Schutz von Pflanzen neue Arten von Pestiziden an. Biologen haben kürzlich eine Meta-Studie durchgeführt und warnen vor den schädlichen Wirkungen von Flupyradifuron und Sulfoxaflor. Beide besitzen schädliche Wirkungen ähnlich wie Neonicotinoide, deren Einsatz in der Europäischen Union und in Kanada verboten oder zumindest stark beschränkt wurde.
Bakteriophagen kommen bei Honigbienen in großer Diversität vor und umfassen verschiedene virale Taxa. Diese Vielfalt steht im Kontrast zum Wissen über das relativ einfache bakterielle Bakterienmikrobiom.
Ernteerträge können infolge eines Bestäubungsdefizits sinken. Begleitpflanzen stellen eine traditionell bewährte Praxis dar, um den Ertrag von insektenbestäubten Pflanzen zu erhöhen. Im Experiment wurde Borretsch als Begleitpflanze für Erdbeeren gewählt.
Die Bevölkerungsdichte und nicht der Anteil der Grünflächen hat den größten Einfluss auf den Artenreichtum von Bestäubern in Wohngebieten. Dies ist das Ergebnis einer Studie über Gärten und Innenhöfe in und um die schwedische Metropole Malmö.
Das Chronische-Bienenparalyse-Virus ist eine Viruserkrankung bei Honigbienen mit weltweiter Verbreitung. Schwere Symptome mit dem Verlust eines Volkes treten selten auf. Berichte weisen jedoch auf einen Anstieg in mehreren Ländern in jüngster Zeit hin.
Amitraz wird bei Honigbienen gegen die Varroa-Milbe eingesetzt. Das Ziel der Wissenschaftler einer aktuellen Studie war es, die molekularen Mechanismen zu verstehen, die der Wirkung von Amitraz zugrunde liegen.
Klimawandel und Zunahme gestörter Lebensräume durch die Ausweitung der Landwirtschaft und die Entwicklungen im Nordosten Nordamerikas in den letzten 30 Jahren dürften für einen 94-prozentigen Verlust von Pflanzen-Bestäuber-Netzwerken verantwortlich sein.
Solitärbienen untersuchen andere Nester auf Anzeichen von Gefahr, bevor sie entscheiden, wo sie ihre eigenen bauen.
Die schlauen Bienen suchen nach Anzeichen einer Parasiteninfektion in den Nestern anderer Bienen und Arten, und nutzen die gewonnenen Erkenntnisse, um einen möglichst sicheren Ort für die Aufzucht ihrer eigenen Nachkommen auszuwählen.